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Ökumenische Studien- und Partnerschaftsreise der Comunhão Diaconal - COD und der Schwestern- und Brüderschaft des Ev. Johannesstifts 10.05. - 01.06.2006
Unsere brasilianischen Geschwister sind wieder gut zu Hause angekommen. Sie sind sehr froh über die Erfahrungen, die sie mit uns gemacht haben, sie haben sich sehr wohl gefühlt.
Im folgenden einige kurze Eindrücke im übersetzten Originalton, ein ausführlicherer Bericht folgt in den „Mitteilungen" 3/06:
Marliza Schwingel, Santa Cruz, Rio Grande do Sul: „Ich erinnere mich sehnsüchtig an alle, die ich getroffen habe und es tut mir leid, dass ich aufgrund der Sprachunterschiede nicht mehr mit allen sprechen konnte. Als ich meine Emails öffnete, waren schon einige von Euch dabei. Ich werde allen antworten. Ich sage immer wieder, obwohl wir tausend sind, sind wir doch eins. Ich bin sehr dankbar für die Gelegenheit dieser Reise und werde die Erfahrungen nie vergessen. Wenn Ihr nach Brasilien kommt, werde ich mit Euch zusammen sein. Herzliche Umarmungen und Gottes Segen!"
Davi Haese, Gravatá, Pernambuco: „Die Momente, die wir zusammen mit unseren Schwestern und Brüdern in Deutschland erlebt haben, waren unvergesslich, sie werden für immer Teil unserer Geschichte sein. Wir haben uns gegenseitig gestärkt durch Gesten, Zärtlichkeiten, Blicke, Erfahrungsaustausch, lebendige Beispiele aus der diakonischen Arbeit, bei denen die Liebe zu ihrem Dienst wahrnehmbar wurde, als sie aus der Arbeit und ihrem persönlichen Leben erzählt haben. Ich fühlte, dass wir in einem großen Netzwerk unterwegs sind, den Menschenrechten und der Brüderlichkeit mehr Raum schaffen und Menschen gewinnen für das Werk Christi. Wir sind aktive Multiplikatoren des Lebens und als DiakonInnen, als ChristInnen unterscheiden wir uns von dieser Welt, in der ein großer Mangel an Liebe, Glaube und Hoffnung besteht."
Sandra Hoffmann, Serra, Espirito Santo: „Während der 23 Tage in denen ich in Deutschland war, habe ich einmalige Momente erlebt. Ich habe mich bemüht, alles festzuhalten, alle Klänge, die Stimmen der Menschen, die Vögel, den Duft des wunderschönen Flieders, alles, um es nie wieder zu vergessen. Aber wichtiger war noch, die Menschen aus einer anderen Kultur kennen zu lernen und mit ihnen zusammen zu leben und dabei festzustellen, dass sie uns so ähnlich sind, auch mit ihren Schwierigkeiten und Verzweiflungen; Menschen, die versuchen, Gottes Willen in die Tat umzusetzen. Mit Sicherheit werde ich die neu gewonnenen diakonischen FreundInnen nie vergessen und ihre Arbeitsfelder werde ich in meine Gebete aufnehmen. Auch den Geschichtsunterricht meiner GastgeberInnen kann ich nicht vergessen. Jemand zu hören, der in der DDR gelebt hat, ist sicherlich viel klärender als darüber zu lesen. Ich bin dankbar ein Konzentrationslager besucht zu haben trotz der Erfahrung, dass dieser Horror mir unter die Haut geht und mich die empfundene Kälte sehr traurig und unruhig gemacht hat."
Vera Nunes, Taquara, Rio Grande do Sul: „Einmal hatte ich eine völlig andere Erfahrung: während eines Abschiedsgottesdiensts nach einem Treffen wurde wir gebeten, ein Objekt auf den Altar zu stellen, das das symbolisieren sollte, was uns bei dem Treffen am besten gefallen hat. Ein Freund fragte mich, ob er mich als Symbol auf den Altar stellen könnte. Meine erste Reaktion war, ihn erschreckt anzuschauen, weil ich seine Absicht nicht verstand. Dann hat er gesagt, dass das Wichtigste für ihn war, mit den Geschwistern zusammen zu sein, weil sie die Anwesenheit Gottes repräsentierten. Wenn ich jetzt auf die drei Wochen unserer Reise zurückblicke, finde ich keine anderen Worte, um meine Gefühle zu beschreiben. Sich zu treffen, sich wieder zu sehen, sich besser kennen zu lernen, sich zu umarmen, Gefühl und Mitgefühl zu entwickeln, miteinander zu weinen, Loblieder in zwei Sprachen zu singen, sich mit den Verschiedenheiten zu respektieren, miteinander zu fühlen, wenn die Worte fehlten, Seite an Seite zu gehen, miteinander die Zukunft der Partnerschaft planen ... . Heute verstehe ich meinen Freund besser, weil ich auch jede Schwester und jeden Bruder der Schwestern- und Brüderschaft auf den Altar stellen würde, um für die Gelegenheit zu danken, Gemeinschaft zu erleben, in der die Unterschiede dazu dienen, um Brücken zu bauen, gemeinsame Lernerfahrungen zu schaffen und diakonisches Zeugnis in dieser globalisierten Gesellschaft zu geben."

Marli Blos, Parobé, Rio Grande do Sul: „Es war wunderschön mit den Schwestern und Brüdern der Schwestern- und Brüderschaft zusammen zu sein. Ich habe mitgenommen all die brüderlichen, fröhlichen, gastfreundlichen Erfahrungen des Zusammenlebens, die ich empfunden habe: die Momente der Entspannung, die Gespräche, die Mahlzeiten, die Spaziergänge, die thematischen und biblischen Reflexionen, die Besuche der diakonischen Arbeit und das Zusammensein mit den Familien der DiakonInnen. Höhepunkte waren der Eröffnungsgottesdienst des Schwestern- und Brüdertags und der „Markt der Konvente" mit all der Fröhlichkeit, den kulturellen Besonderheiten und den regionalen Speisen. In den Familien war das Zusammensein und die Freundlichkeit wunderschön, das Programm interessant, spannend, die Leute in den jeweiligen Städten wahrzunehmen und die verschiedenen diakonischen Arbeitsfelder kennen zu lernen. Ich merkte, dass wir wirklich „gemeinsam unterwegs" sind, jeder in seiner eigenen diakonischen Realität - Brasilien / Deutschland - unter Gottes Gnade.
„Alles lohnt sich, wenn die Seele nicht kleinlich ist." (Mário Quintana)
Herzliche Umarmungen!
