Brotkrumennavigation
zur Startseite, Logo Schwestern-und Brüderschaft des Evangelischen Johannesstifts e.V.
zur internen Seite Bundesverband, Logo Bundesverband
Navigation
Inhalt

Die Krise und ich; Geht es mir gut? Halte ich durch? 

Vorbereitung zum Konventtreffen am Wochenende vom 30.3. - 1.4.2006 in Wuppertal Thema: Verlierer und Gewinner

Unterthema: Die Krise und ich; Geht es mir gut? Halte ich durch?

- Persönliches Empfinden -

Zunächst sollte definiert werden, was eigentlich eine Krise ist und was unter Krisen allgemein verstanden wird - und werden kann.

Krisis; grch.; Entscheidung

* Krise ist ein wirtschaftlicher Tiefstand - Zusammenbruch von Gleichgewicht und Produktion - Differenz zw. Angebot und Nachfrage.
* In der Medizin ist eine Krisis der Abfall e. hohen Fiebers, der Übergang zur Heilung das anfallweise Auftreten e. Schmerzes- von Krämpfen; und Krämpfen in den inneren Organen.
* In der Politik ist die Krise der Tiefstand/Zusammenbruch diplomatischer Beziehungen.
* Im Alltagsumgang wird Krise auch als der Tiefstand/Zusammenbruch einer emotionalen oder oftmals auch ehelichen Beziehung verstanden (psych.- soz. Kontext).

 

Krise ist immer der als absolut verunsichernde Höhepunkt eines Geschehens, einer Wahrnehmung und Empfindung in menschlicher Existenz.

Klar dürfte die Ableitung sein, dass in der Regel von keinem Menschen zunächst eine Krise

gewünscht wird; es sei denn, der Tiefstand einer Beziehung wird herbeigeführt und es wird ein gravierender Vorteil aus einer Entscheidung erwartet.

Als Krise wird fälschlicher Weise oft die Niederlagenwahrnehmung nach einer negativ

bewerteten Entscheidung empfunden; der Volksmund sagt dann:" Es kann nur besser werden!" Eine Krise kann einen längeren Zeitraum andauern, wenn bei gegebener Notwendigkeit keine Entscheidung getroffen wird. Eine falsche Krisenentscheidung führt

je nach Sachlage zu einem Kollaps.{Seitenwechsel}

Die Krise und ich - geht es mir gut?

In der Gerontologie wird das Älterwerden des Menschen als stetiges Bewältigen von

wichtigen Alltagsaufgaben und das immer neue Überleben in existenziellen Krisen gewertet.

So gesehen, geht es mir sehr gut, ich habe ja bisher überlebt!

Geht es mir gut?

Gesundheitlich, emotional, familiär und wirtschaftlich geht es mir, wenn ich nur die sehe, denen es schlechter als mir geht, gut. Schlechter oder schlecht kann es mir gehen, wenn ich nur die sehe, denen es besser geht als mir.

Rechne ich mich selbst zu denen, denen es schlechter geht, kann ich depressiv oder aggressiv werden.

Rechne ich mich zu denen, denen es besser geht, kann ich übermütig, aggressiv aber auch depressiv werden, wenn ich meine, keine Ziele erreichen zu können, oder ich erkennen muss,
dass mir Ziele wegen meiner intellektuellen, emotionalen, gesundheitlichen, finanziellen oder sozialen Zugehörigkeit verwehrt sind.

Angst bereitet mir das Verharren in einem ungewissen Schwebezustand, etwa das Verharren, in einem Kippmoment wie in einer Schiffsschaukel stehend, ist schon ein Moment, eine Kri- senwahrnehmung bei mir auszulösen auslösen.

Jetzt kommt's: Allein mein Wissen um alle möglichen Krisen die ich erleben könnte, macht mir angst. Ich bin ohne weiteres in der Lage, mich von Krisenszenarien gefangen nehmen zu lassen und mich von diesen in meine Krise führen zu lassen. Denn sicher ist, es wird eine Krise geben, die zum endgültigen Erlöschen meiner Existenz mit all ihren Beziehungen auf dieser Erde, in der jetzigen Gegenwart führen wird.

Es gibt aber auch die Momente des Verdrängens von Wissen und das einfache nur leben und über die Sinne wahrnehmen.
Immer wenn ich zu lange in einer der beschriebenen Phasen hängen bleibe, erscheint Krisenintervention geraten. Entscheidungen sind dann zu treffen - Wie auch immer! Halte ich durch?

Nach erstem Überstehen einer schweren Krankheit wurde ich von einem Arzt gefragt: "Wie gehen sie mit ihrer Krankheit um?" Ich antwortete: "Die Frage ist von vorn herein falsch gestellt, die Krankheit geht jetzt erst einmal nur mit mir um!" Ich kämpfte!

Halte ich durch? Die Frage ist gut! Ich kann sie, weil ich nicht in die Zukunft sehen kann, nicht beantworten. Die Antwort ist immer mit von meiner körperlichen - oder psychischen Situation determiniert, mitbestimmt. Entscheidend bei dem Durchhaltegedanken wird für mich die Struktur und Qualität meines emotionalen und persönlichen Umfeldes sein.{Seitenwechsel}
Krise und Gottesglauben

Es gibt unzählige Glaubenszeugnisse von Menschen die sagen, in der Krise begegnete mir Gott. Er half mir deutlich sichtbar und deutlich wirksam aus einer oder mehreren Existenz- bedrohenden Situationen in eine bessere Wirklichkeit. Oder: „Er (Gott) führte mich. Er lenkte mich, manchmal auch gegen meinen Willen, sichere Wege."

Es gibt Glaubenszeugnisse die ausdrücklich auf schwerste und verlustreichste Krisensitua- tionen verweisen und bezeugen, ein neuer Mensch mit neuer Wahrnehmung geworden zu sein.

Ein solcher Gottesglaube ist mir bisher nicht gegeben, dennoch wünsche ich mir oftmals einen Solchen und den damit verbundenen Gleichmut.

Manchmal werde ich dann aber auch höchst unwillig.

Beispiel: Meine Elterngeneration erzählte von vielen Überlebenswundern, die sie während der „Krise 1939 bis 1945" erfuhren. Die eigentliche Krise jedoch, die sehr viel früher gegeben war, wurde bereits 1933 mit der Wahl der Nationalsozialisten beendet! Man entschied sich! Anschließend waren die Folgen der Entscheidung zu tragen, welche stets neue Krisen und Entscheidungen erzwangen.

Welche Krisen nehme ich um mich herum wahr und bin wie meine Elterngeneration nicht bereit Entscheidungen zu treffen? {Seitenwechsel}

Eie willkürliche Auflistung:

Umwelt - Ich fahre unnötig-gerne Auto. Ich fliege in den Urlaub. Ich dusche 1-2 x täg-

lich. Ich heize mit Öl/Gas, nicht um zu überleben, sondern wegen der Behag-

lichkeit..Ich bewohne ein viel zu großes Haus. Ich kleide mich wegen man-

gelndem Selbstwertgefühl neu ein, ich will ja nicht doof aussehen - usw.

Politik - Ich mische mich nicht mehr ein. Ich wähle Parteien, die das goldene Kalb

Wirtschaftswachstum anbeten, obwohl ich weiß, das mein Gewinn von Leu-

Ten erbracht wird, die wegen ihres Standortnachteiles hungern.

Geld - Ich teile nicht, ich spende. Ich bin korrupt denn ich mache, was meine Bank

fordert, denn mit Harz IV will ich nicht leben, ich will doch nicht als Versager

dastehen, ich habe geltende Verträge unterschrieben.

Ich lebe, so mein Facit nach dem Markusevangelium 7,14-23, einigermaßen nach „Menschen-

satzungen" aber nicht nach Gottes Gebot. Somit habe ich aus Kleingläubigkeit heraus mein Leben in eine permanente Krisensituation manipuliert. Die große Frage: wie kann ich da raus kommen?

 

Zur Vorgehensweise dachte ich mir:

1. Textvorlesung Mark.7, 14-23
2. Ich trage meinen Text vor

3. offene Runde - Begriffsklärungen , Ergänzungen

4. Herausarbeiten von noch weiteren wichtigen Gesichtspunkten

5. Was könnte dem „Bertroffenen" und gegebenenfalls als Problemlösung angeboten

werden?

Zeit: 1-max. 1,5 Std.

14. 7. 2007

Eberhard

 

Login