Schwestern- und Brüdertag  2022

30 Mai

Zwischen Kirchen und Festsaal – die Schwestern- und Brüderschaft des Evangelischen Johannesstifts traf sich in diesem Jahr unter einer Überschrift, die sowohl einen konkreten Ort beschreibt und eine inhaltliche Standortbestimmung meinte. Zwischen Kirche und Festsaal fand im Johannesstift am ersten Tag ein Abend der Begegnung statt und dort endete der Samstag mit einem „Fest nach langer Zeit“.

360 Teilnehmende trafen sich vom 26. Mai bis 29. Mai – am Himmelfahrtswochenende – zum Schwestern- und Brüdertag. Dieser fand zuletzt 2019 in Präsenz statt. Wie vor drei Jahren war es ein Treffen aller Generationen. So nahmen 30 Kinder am „Schwestern- und Brüdertag für Kinder“ teil.

Acht neue Mitglieder konnten am Sonntag liturgisch aufgenommen werden.

Der Thementag am Freitag sollte die Möglichkeit des Austauschs und des Diskurs bieten. In den letzten Jahren fehlte der öffentlicher Raum, in dem sich jede und jeder mit Fragen einbringen könnte. Dr. Thies Gundlach, Vorstand des Vereins „United4Rescue – Gemeinsam Retten e.V.“ brachte in einem Impuls seine Einschätzung zu den drängenden gesellschaftlichen Fragen ein. Er verglich unsere Situation mit der eines Schiffes in einer Dünung, den riesengroße Wellen im Atlantik. Die gefühlte Überforderung erzeige ein tiefes „Unbehagen“. Er bezog sich dabei auf die „ Theorie der überforderten Gesellschaft“ von Armin Nssehi. Kirche sollte und kann nur exemplarisch handeln.
Thies Gundlach stellte anschließend die Arbeit von „United4Rescue – Gemeinsam Retten e.V.“ vor. Die Schwestern- und Brüderschaft ist seit dem letzten Jahr Bündnispartner des Vereins zur Seenotrettung im Mittelmeer. Am Nachmittag des Thementag „Zwischen Kirche und Festsaal“ wurde in Themenräumen  weitergearbeitet. Fragen und Herausforderungen waren unter Anderem die Weiterentwicklung von Kirchengemeinden, der Krieg in der Ukraine, die Entwicklungen im Evangelischen Johannesstift, konkrete Ansätze zum Klimaschutz und  die Vielfalt in der Gemeinschaft.
Der Nachmittag  endete mit einer Abendmahlsfeier, in der auch Janine Jacobi als Leitung des Hauses der Schwestern und Brüder verabschiedet wurde.

„Wie ein Fest nach langer Zeit“ – am Samstag fand zwischen Kirche und Festsaal ein Open-Air-Fest statt.

Der Samstag war geprägt vom Gesamtkonvent, der Mitgliederversammlung der Gemeinschaft. Am Abend fand dann das „Fest nach langer Zeit“ statt mit vielen kreativen Angeboten und einer offenen Bühne.

Im Abschlussgottesdienst am Sonntag konnte die Schwestern- und Brüderschaft acht neue Mitglieder liturgisch aufnehmen und bedankte sich bei Jubilarinnen und Jubilaren für die langjährige Mitgliedschaft und Verbundenheit.

Der Schwestern- und Brüdertag  2022 war wie ein Fest nach langer Zeit: eine gelungene Mischung von Nachdenklichkeit, Feiern miteinander, geistliches Leben gestalten und den Ort Johannesstift wieder neu zu entdecken und zu erleben.